Cantharis
Cantharis

Pflanzen und astrologische Prinzipien, Signaturen, Anwendungen und Zubereitungen.

• Nicht jede Pflanze ist dem Menschen substantiell zunutze.
• Es gibt kein Unkraut.
• Die Zubereitung/Anwendung ist entscheidend wichtig.
• Jede Behandlung einer Pflanze wirkt auf ihre Information zurück.
• Was von selbst ums Haus herum wächst, ist Medizin für die Bewohner.
• Jedem Ort wächst seine Medizin.
• In der Pflanze ist etwas von der Qualität des Ortes, an dem sie wächst.
• Orte können durch Pflanzen "entstrahlt" werden, ausgeglichen. Was irgendwo
von selbst wächst, gehört auch dort hin, inklusive die Zuagroasten, die Neophyten.
Das Milieu, die Qualität eines Ortes kann sich ändern. Das lässt sich u. a. durch
veränderten Bewuchs ablesen oder durch die Reaktion der Pflanzen dort.
• Bäume und alte Pflanzen dokumentieren die Qualitäten eines Ortes auch zeitlich.
• Jede Pflanze hat einen Namen und dieser Name hat eine Bedeutung.
• An Vollmond und die 3 Tage davor nichts sammeln, da sind die Pflanzen wässrig.

Signatur

Jedes Ding und jedes Leben teilt sich mit. Die Sprache der Pflanze liegt in ihren Farben, ihrem Geruch, in Wurzeln, Blättern, Blüten, Früchten oder Sporen, ihrem ganzen Habitus. Auch darin, wie, wo und wann sie wächst, in welchen Gemeinschaften und Umständen. Auch ihr Name, besonders die lokalen Namen (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle.
Diese Sprache lässt sich in die Sprache astrologischer Prinzipien übersetzen.

Mars

Same im Frühling (keimend), Keimling, Zwiebel, Triebe, Knospen (austreibend), erste Blätter, rot, spitz, stachelig, scharf, brennend, schneidend, splitternd, zackig, gezahnt, reizend, Pionierpflanze, Neophyt, Frühlingsbote, knallig, samenschleudernd

Stiervenus

Knospe (geschlossen), Wurzel, dick, üppig, knollig, speichernd, stärkehaltig, wohlgeformt, schwerer Duft, Blütenkelch, Stempel, schlingend, zehrend, rosa, pink, ölig, Same, Nuss, 5 (-strahlig/kantig etc.), Struktur, Makrobereich, grün

Zwillingemerkur

Zwittrig (wechselt das Geschlecht), Pollen, Flugsamen, 3, 5, Blätter, Geruch, Blattgerüst, Bast, Flugsamen, alle Kanälchen, Ableger, Ausläufer, leicht bewegt, weiss

Mond

sukkulent, wässrig, blass, durchscheinend, amorph, kriechend, sich hochziehend, linkswindend oder die Windungsrichtung opportun wechselnd, dahinwuchernd, 7, druck- und frostempfindlich, weiss, weich, süss, fad, schwache Wurzeln, Dunkelkeimer, Moosboden, Schmarotzer, schleimig, Samenkapsel, Fruchtfleisch

Sonne

rund, Frucht, grossblütig, duftend, sonnige Plätze, gross, zentral, stark, Baum, tiefwurzelnd, strahlend, goldgelb, solitär, 1, 10, rechtswindend, sich der Sonne zuwendend

Jungfraumerkur

unscheinbar, 5, Nachfolger, essbar, heilend, kriechend, viele kleine Blüten, verzweigt, winzig, "dankbar", klettig (anhaftend), eingeschleppt, Dolde, Fruchtstiel, Blattadern, bodenverbessernd, gemustert

Waagevenus

Blüte, Duft, Harz, vergänglich, schön, glatt, symmetrisch, 6, kühl, zart, herzförmig, vulvaförmig, das, was an einer Pflanze zuerst auffällt

Pluto

Myzel, Pilz, modrig, Hybrid, Mutation, erbgutverändert, befallen(d), 8, giftig, würgend, ätzend (auch Mars), Symbiont, im Verfall, Herbstfärbung, Sporenbilder, Urzeitpflanze (Moose, Farne), musterhaft selbstähnlich, tierhafte Anmutung (Orchideen), gärend, Mimikry, braun, fleischfressend, extreme Details, fesselnd, "glotzend", z.B. Belladonna-Kirsche

Jupiter

gelb, üppig, kräftig wuchernd, saftig, bitter, Milchsaft, Nuss, nahrhaft, 3, gross, lappig, glänzend, mehrjährig, zäh, Pilzkörper, hoch, schnellwachsend, farbig, fett, hohl

Saturn

hart, zäh, Holz, verholzend, 4, Nadeln, Flechte, tödlich, dunkelblau, schwarz, dunkelgrün, bitter, alt, dürr, gerade, Schatten, vertrocknet, abgestorben, unfruchtbar, stinkend, kantig, dornig, Stängel

Uranus

Spontanmutation, bizarr, bunt, besonders, eckig-ungeformt, Spore, geschlechtslos, übergreifend (räumlich), springend, gerillt, ungeniessbar, "Aura", ein- oder mehrhäusig, zwittrig, allergieauslösend, immergrün, aromatisch, Gewürz, kratzig, Mikrobereich

Neptun

Ufer, Alge, Wasserpflanze, Wurzelgeflecht, unbestimmbar, blaugrün, Inhaltsstoff, Alkaloid, haluzinogen, betäubend, Hormonwirkung - die wörtlich nicht definierbare Anmutung einer Pflanze, 13.

 

 

 

 

Wer die klassische Signaturenlehre kennt, merkt, dass ich nicht nur durch die Miteinbeziehung der neuzeitlichen Planeten über die alten Prizipien hinausgehe.
In jeder Pflanze ist jedes Prinzip vertreten - nur sind nicht alle in jedem Entwicklungsstadium sichtbar, oder überhaupt den Sinnen zugänglich, manche Prinzipien werden auch erst durch die Wirkung einer Pflanze sichtbar, an ihrer Umgebung, durch ihren Anwendung (z.B. bestimmte Alkaloide oder Hormone, pflanzliche Botenstoffe, mit denen die Pflanze mit ihrer Umgebung "kommuniziert").

Wenn ein Prinzip in höchstem Masse ausgeprägt ist, verkörpert es zugleich den Gegenpol.

Die Rose, als Venuspflanze schlechthin, trägt Mars-Stacheln. In dem Augenblick, in dem es gelänge, die Stacheln wegzuzüchten, wäre es keine Rose mehr. Ein Kaktus mit seinen Stacheln und seiner hohen Wasserspeicherkapazität verkörpert Mars und Stiervenus gleichermassen - entsprechend sind bei ihm die Gegenpole Waagevenus und der Pluto ausgeprägt, z.B. über höchst attraktive Blüten und Gift.
Oder der Kaktus ist ungiftig, hat attraktive Blüten, aber sein Ort ist ein skorpionischer (un-wirtlich = un-stierhaft)
Das bizarre seiner Wuchsform (Wassermann/Uranus) spiegelt sich wieder in einem enormen Hitzeverträglichkeit und ebensolchem Platzanspruch (Gegenpol: Löwe/Sonne) - usw.
Man kann jede Pflanze schwerpunkthaft im Tierkreis individualsieren.

Zur Schau einer Pflanze gehört nicht nur die Erfassung ihrer Merkmale, es geht um die Wahrnehmung ihrer Erscheinung das Jahr hindurch.

Etwas Systematik ist dabei sinnvoll: Welcher Pflanzenfamilie gehört sie an? Wie ist der Keimling beschaffen, keimt er im Dunkeln oder braucht er Licht? Ist die Pflanze ein- oder zweigeschlechtlich, wechselt sie das Geschlecht, ist sie ein- oder mehrjährig ausdauernd, wo wächst sie, bildet sie Symbiosen, wie ist ihre Entwicklung, welche Insekten lockt sie, wie fruchtet sie, wie zieht sie ein, vertrocknet sie, in welchen Farben, bildet sie Frostschutz, etc.
Mit jeder dieser oder ähnlich gestellten Fragen offenbart eine Pflanze, wes Geistes (welches Urprinzips) Kind sie ist.
Prizipielle Verwandtschaften kann man heilend, homöopathisch oder antiphatisch ausgleichend einsetzen. Was aber genauso interessant ist: über Analogien lässt sich auf den Standort rückschliessen, an dem eine Pflanze wächst, sich angesiedelt hat - eine Pflanze ist quasi eine der vielen Sprachen, mit denen ein Ort sein Unsichtbares Gestalt werden lässt.
Manche Pflanzen sagen einem sofort sehr viel, andere später noch weniger:), oder man vergisst sie gleich wieder - dass ist eine Sympathiesache wie bei anderen Begegnungen auch.
Es gibt Pflanzen, die uns zu bestimmten Zeiten oder generell anziehen, was mit Sicherheit auf eine Verwandtschaft hinweist. Es geht gar nicht immer ums Essen, Einnehmen oder sonstwie Nützlichsein – man kennt sich, man mag sich wie anderes im Leben auch.
Kinder z. B. erkennen "ihre" Pflanzen und befreunden sich leicht. Manche Pflanze taucht recht zuverlässig dort auf, wo man lebt oder arbeitet (bei "sauren" Menschen, harten Bedingungen oder bei körperlichen Leistungstypen ist das oft die Vogelmiere, und seis mitten in der Stadt oder im Petersilientopf am Küchenfenster).
Es kann durchaus eine einzige Pflanze sein, die uns ein Leben lang begleitet, sei es in Form einer Vorliebe oder eines homöopathischen Mittels. Aber längst nicht jede Pflanze entbirgt sich schnell oder jedem durch ihre wägbaren Merkmale, und auch gute homöopathische Arzneimittelprüfungen umfassen selten die gesamte Idee.
Viele der heute gebrauchten pflanzlich-homöopathischen Mittel stammen ursprünglich aus dem Arzneischatz nordamerikanischer Indianer und wurden von den dort ansässigen homöopathischen Ärzten aus der Volksmedizin adaptiert.

Oberflächlich gelesene Signatur (z.B. verästelte Blattzeichnung des Lungenkrauts als Hinweis für Lungenkrankheiten) funktioniert nicht. Derartige Signaturbezeichnungen sind eine Merk- und Lernhilfe aus einer Zeit, in der Pflanzenkundliches noch nicht schriftlich verbreitet wurde.

Im Frühjahr


Was früh keimt, an Bäumen und am Boden, sind analog zum Marsprinzip auch für den Organismus stark austreibende = reinigende Pflanzen, voller Wachstumsinformation, Vitamin C und der Grünkraft, die jeder Organismus nun brauchen kann.

Das Chlorophyll der Pflanzen ist dem Häm (Farbstoff unseres Blutes) eng verwandt und hat eine reinigende, durchlichtende Wirkung auf das Blut. Viele Pflanzen sind Milzkräuter (allen voran natürlich das Milzkraut selbst), d.h. sie stützen dieses Organ in der Filterfunktion überalteter Blutkörperchen über ihre Bitterstoffe.
Es ist angeraten, die Frühjahrspflanzen möglichst frisch und vor allem roh zu essen, am besten bei täglichen Wanderungen. Der ganze Mensch gehört raus an die Sonne, Märzensonne reizt bekanntlich den Organismus und das ist schon richtig so.

Im Spätsommer/Herbst

 

ist es Zeit, die Pflanze anzufassen, sie mit den Händen abzustreifen und daran zu riechen, nach ihrer Wurzel zu graben und sie mit nach Hause zu nehmen, wenns keinen Schaden macht.
Bei Bäumen kann man sich letztere zwei Anstrengungen natürlich schenken.

Man sehe sich die Form der Samen und Samenkapseln an, hänge sie zum Trocknen auf und beobachtet dabei die Veränderungen. Der herzstärkende Weissdorn z.B. rollt seine Blätter dabei zentral vom Rand nach innen, und bildet ein "Fäustchen".
Der Geruch der Pflanze ändert sich, ebenso ihr Geschmack. Mit dem Verschwinden der Feuchtigkeit (Mond) tritt der Gegenpol Saturn hervor - ihr Gerüst, das Starre, das, was bleibt.
Das Blatt der vitalisierenden Esche trocknet spiralig auf und umwindet dabei hängend den zentralen Stängel, aufrecht getrocknet dreht es sich von diesem weg. Wer je eine Darstellung der Irminsul, der Gabelsäule, die für den Weltenbaum steht, gesehen hat, fühlt sich durch ein aufrecht am Stiel getrockenes Eschenblatt sofort erinnert.
Die echte Goldrute und der Wasserdost bilden ganze Samenwolken noch nach dem Trocknen aus - ein Hinweis auf starke Reproduktionskraft (Pluto) und einen kräftigen Mars (Same/Austreibung).

Räucherstoffe sammeln


Die Pfingstrose (die bäuerliche, Paeonia officinalis), deren Blüte v. a. im Welken an eine Analrosette mit prolabierten Hämorrhoidenknoten gemahnt, deren Form genau so anmutet wie ein einzelner solcher, sie heilt nicht nur all das, wenn sie auf den Zustand passt - ihre trockene Wurzel ergibt feinst duftendes Räucherpulver, das entstauend wirkt (lokal den Rauch im Hocken, unter einem Tuch oder langem Rock verströmen lassen)

Etwas Pfingstrosen-, Beinwell- und Angelikawurzel trägt im Winter die uranische Kraft dieser Pflanzen in die Zimmer, wenn man sie räuchert. Über den Duft der letzteren beiden lässt sich dabei gut streiten, in jedem Falle ist er charakteristisch!
Mit im Sommer getrocknetem Eschenlaub räuchern macht jede Bude um zwei Grade heller. Getrocknetes Eichenlaub macht sie "wärmer", bringt eine süsse Note, beides lässt sich gut kombinieren.
Fichten - und Tannenharz kann man das ganze Jahr über sammeln, es gibt einen balsamischen Duft beim Räuchern, der sich lange hält. Dazu sollte es aber völlig durchgetrocknet sein, sonst stinkt es.
Der Vorgang des Räucherns (den man mit allen Pflanzenteilen durchführen kann) ist Mars-Venus, forciert im Aufschein verbrennend, also beschleunigt die innewohnende Energie freisetzend.
Es wird Energie (Mars) zugeführt, die in Folge Energie aus der Substanz (Stiervenus) freisetzt. Die Gegenpole entstehen: Gestalt (Waagevenus) und Information (Pluto).
Das ist der "Gag" beim zeremoniellen Räuchern, beim Rauchen übrigens auch.

Das 7. Haus der Pflanze - das Augenfällige

 

Die Blüte einer Pflanze, sofern optisch auffällig, entspricht dem Waage-Venus-Prinzip, ihrem 7. Haus. Dort zeigt sich die Gestalt, die Interesse wecken muss, der Fortbestand der Art zuliebe.

Diese zieht Säuger und Insekten an, je nachdem, wer oder was als Befruchter und/oder Samenträger gebraucht wird.
Verkörpert eine Blüte annähernd vollständig das Prinzip Venus, kommt ihr Gegenprinzip zum Vorschein, wie schon erwähnt.
Daher sind Blüten, vor allem die venusisch- vulvaähnlichen, die dazu auch noch einen starken Geruch verströmen, häufig marsisch- rot oder zumindest rötlich, rosa, violett (z.B. indisches Springkraut, die Bauernorchidee) und die weniger venusischen Blüten nicht (z.B. Gänseblümchen).
Bienen nehmen eher das Gelb im Rot wahr - die Staubgefässe oder die Farbe im Zentrum der Blüte.
Vom siebten Haus lässt sich immer aufs erste Haus schliessen, auf die Wachstumsenergie, die individuelle Mars-Anlage der Pflanze.
Hier Beispiele zu den verschiedenen Blütenfarben:
Wuchernde Pflanzen etwa haben oft weisse Blüten oder ein anderes hervorstechendes Zwillingsmerkur- Kennzeichen (Knöteriche, Zaun-und Ackerwinden, Waldrebe) Von Zwillinge in Haus 7 lässt sich auf Schütze in Haus 1, entsprechend auf jupiterhaftes Wachstum, also Wucherei oder Sukkulenz, schliessen.
Vice Versa verbreiten sich viele gelbblühende Pflanzen leicht (kleines Springkraut, Hahnenfuss, Löwenzahn) - was dem merkurialen Zwillingsprinzip entspricht, das dem Schützen (gelb) gegenüber liegt.

Ist diese Blüte nun gelborange, hat sie den Jupiter mit drin in im siebten Haus oder den Mars im 1. Haus - wenn das Gelb überwiegt. Orange ist die auffälligste Blütenfarbe für Menschenaugen, diese Pflanzen sind gerne scharf: Anagallis, der Ackergauchheil z.B., oder die Kapuzinerkresse. 

Jupiter auf der Achse 1/7 verstärkt sowohl den Mars wie die Venus, das macht scharf.

Ist die Blüte violett oder blau, hat sie mehr oder weniger Saturn mit drin im Venus-Prinzip, der reine Saturn ist nachtblau. Das lässt v.a. bei zarten Pflanzen auf Mond oder den Krebs in 1 schliessen (kriechendes Wachstum, frostempfindlich o. ä.) - das komplementäre Gelb dabei lockt die Bienen.
Das Stiefmütterchen und der Augentrost z. B. tragen solch dunkle Saturnaugen auf weiss und/oder gelb und sind Pflanzen des Mondprinzips, die Mond-Saturn-Krankheiten heilen (Haut, Schleimhaut, Augapfel), das Weiss verkörpert dabei den Zwillingsmerkur (= vermittelnd, Heilkraft verfügbar machend, einschleusend)
Viele rein blaublühenden Pflanzen sind arzneilich bis stark giftig (Eisenhut, Zichorie, Rittersporn...)
Blaugrün wird von Bienen kaum von der Umgebung unterschieden, während die Farbe Gelb für sie sehr facettenreich ist via UV-Reflexion - Bienen sehen Grün, Blau und UV, und deren Mischung: Weiss. Eine blaugrüne Blüte, eine neptunische Tarnung "leistet" sich also kaum eine Pflanze freiwillig - aber hinzüchten lässt sich (fast) alles.
Die Christrose etwa macht so eine Ausnahme, da sie blüht, wenn eh keine Biene mehr fliegt.
Rosa, hellblau - alle Farben mit "Weissanteil" haben zwillingsmerkuriale Anteile in 7, also zu Waagevenus- oder Saturnqualitäten (rot+auffällig, blau) entsprechende Jupiterhaftigkeit in Haus 1. - die sind auch nicht leicht unterzukriegen.
Es gibt wenig natürlich braune Blüten - denn Braun ist der Skorpion (marsrot + stiervenusgrün), aber viele Blüten vertrocknen, sterben so (Skorpion).
Bei Symbionten, Knabenkräutern, Orchideen, orchideenartigen und Mimikry-Pflanzen und bei den Fleischfressern gibt es dieses Braun öfter.
Die grünen Blüten einer Stiervenus in Haus 7 (Bingelkraut, Christrose, Germer, Einbeere...) zeigen oft eine dem Menschen stofflich nicht zuträgliche Pflanze, aber auch gute Homöopathika und Arzneipflanzen. Ihr 1. Haus ist skorpionisch - hohe Regenerationskraft, kaum "auszurotten".
Sind sie dazu klein und unscheinbar - Jungfraumerkur, lässt das auf den komplementären Neptun/Fische schliessen. Reine Neptunpflanzen (z.B. Algen) blühen nicht.
Chlorophyllfreie (blasse) Pflanzen (z.B. Fichtenspargel) die schmarotzen, haben Mondanteile und weisen auf den Steinbock zurück.
Das alles sind Bespiele nur für Blüten-Farben - weicht eine Pflanze von dieser Regel des Gegenprinzips ab, so trägt sie andere Merkmale des entsprechenden Tierkreiszeichens.
Züchtungen, Gartenformen, bei denen ein bestimmtes Farbmerkmal forciert wurde oder verändert, sind allesamt zusätzlich plutonisch, d.h. informativ überformt von Gärtners Vorstellung und der aktuellen Gartenmode.

Anwendung, Zubereitung

 

Hier beginnt es komplex zu werden. Spagyrische und verwandte Methoden lasse ich völlig aussen vor - ich habe weder jemals versucht, ein Magisterium herzustellen, noch selbst eines eingenommen. Ich bleibe bei dem, was ich selbst erfahren habe und kenne:

Auflegen, einlegen, gürten, umbinden, schnupfen, räuchern, rauchen.


Die Pflanze(n) in ganzer Form oder zerstampft, zerkaut, zerrieben direkt auf den Körper, das erkrankte Teil oder entsprechene Energiezentren:

- Die frische Pflanze in Schuhe oder Strümpfe legen, um die Knöchel, Waden oder ans Knie (elastische Binde)
- an den Steiss, z.B. in die Unterhose schieben
- in der Vulva, anal oder vaginal tragen (ein Zäpfchen drehen, evtl in etwas Mull einschlagen)
- aufs Kreuzbein oder den Unterbauch, in die Nabelgrube
- um die Taille oder auf den Solarplexus
- aufs Brustbein
- um den Hals, auf Schilddrüse, Kehlkopf, Nacken, auch via Bändel, Beutelchen oder "pur"
- unter die Achsel, in die Nase, in die Vulva reiben
- auf Augenlider oder Stirn, Nasenwurzel, um die Schläfen binden
- In der Ohrmuschel, am Gehörgang, hinter dem Ohr (z.B. unter einem Tuch)
- auf die Zunge legen, in die Backentasche
- auf dem Scheitel (evtl. unter einer Mütze, einem Hut oder Tuch)
- das verletzte Glied bzw. Gelenke umwickeln oder einpacken
- fein zermahlenes Pulver der getrockneten Pflanze schnupfen.
- getrocknete Pflanzenteile oder ihr Harz räuchern.
- getrocknete Pflanzenteile in der Pfeife, einem Röhrchen oder als Kräuterzigarette rauchen, meist als Mischung.
Durch den Schleimhautkontakt beim Schnupfen geht die Pflanzenwirkung recht schnell in den Organismus, Allergiker gehen damit am besten vorsichtig um.
Für das Rauchen/Räuchern gilt entsprechendes. Man sollte kennen, was man inhaliert.

Bäder

 

Dazu kann man alle möglichen Zubereitungen nutzen, auch homöopathische. Einen Kaltansatz, einen Sud, oder, bevorzugt bei Blüten und Frischpflanzen, einfach pur als Zusatz mit in die Wanne.

Neben Arm-, Fuss-, Sitz- und Vollbädern, die hinterher ein Ruhen oder Nachschwitzen erfordern, ist das Dampfbad für den Unterleib etwas in Vergessenheit geraten.
Man giesst die dampfende Zubereitung in eine flache Schüssel und kauert mit nacktem Unterleib in der Hocke darüber, ganz so als würde man Stuhl absetzen bzw. pinkeln. Am besten trägt man dazu einen weiten Rock, ggf. darüber noch eine Decke. Für Männer (z. B. bei Abszessen, Stauungen, Schmerzen im Anal/Genitalbereich) muss man halt einen Rock basteln aus einem grossen Tuch oder einer Decke. Am bequemsten geht das Unterleibdampfbad mit einem alten Korbsessel und einer Decke rundrum.

Wässer

 

Die Pflanze tagsüber in eine Glasschüssel tauchen und besonnen lassen, evtl. auch im Dunkeln stehen lassen. Dazu muss man sie nicht einmal unbedingt pflücken. Es ist wichtig, dazu ein gutes Wasser, am besten Quellwasser zu verwenden, notfalls auch selbstdestilliertes oder Regenwasser.

Tees, Kaltansätze, erwärmt, gekocht

 

sind selbsterklärend. Statt Wasser kommt auch Milch (typisch z.B. für Potentilla anserina, das Gänsefingerkraut), Wein und Essigwasser zum Einsatz, u.U. auch eine Brühe.
Trockene Wurzelstückchen setzt man kalt an und lässt sie übernacht quellen.

Auszug in Fetten, Bienenwachs, Essig, Salz, Wein, Alkohol

 

Die Methode, zerkleinerte Pflanzenteile in Weingeist auszuziehen ist die klassische Art der Herstellung homöopathischer Urtinkturen. Meist kommt dabei 70%er Weingeist zum Einsatz.

Wer sich näher damit befassen will, kommt um die Lektüre entsprechender Vorschriften im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) für Apotheker nicht herum.

Ich empfehle das Zerkleinern der Pflanzenteile in einem Stein- oder Porzellanmörser, bzw. mit einer Keramikklinge, um Metallkontakt zu vermeiden. Von einer Turboextraktion mittels Zentrifuge oder Mixer halte ich nichts, da die Zellen dabei blitzartig zerstört werden, bzw. in einem Mahlwerk oder Mixer unbeabsichtigt erwärmt. Grundsätzlich sollte sich auch die Struktur einer Pflanze ins Medium prägen können, nicht nur ihre Inhaltstoffe.

Die Mazeration 

 

Die Pflanze wird mit dem Auszugsmedium übergossen und darin eingeweicht, mindestens 5 Tage lang, in einem verschlossenen Glas., evtl. kühl und im Dunkeln. Täglich mehrmals schwenken oder schütteln, danach abfiltern, evtl. durch ein Tuch oder einen sehr feinen Kaffe- oder Farbfilter (im Malerei-/Künstlerfachhandel nachfragen).
Auf das Auspressen der Rückstände besser verzichten, wenn es nicht explizit um die Inhaltsstoffe geht.
Wenn eine bessere Konzentration erreicht werden soll, lieber das Auszugsmedium in mehreren Schritten zufügen: Die Pflanzenteile werden soweit übergossen, dass sie auch im gequollenen Zustand bedeckt sind. Nach dem Abgiessen und filtrieren wird der gleiche Ansatz nochmal begossen und erneut ausgezogen - dieses Verfahren kann mehrmals wiederholt werden und ergibt, zusammengegossen, ein hochkonzentrierten Auszug.
Das Mazerat beschriften und in einem dunklen Glas aufbewahren.

Die Digestion

 

ist ein Wärmeauszug, z.B. im Wasserbad, der am besten nicht über 40°- 50° C erfolgt (Einkochthermometer o. ä. verwenden)

Auszüge in Wachs oder Schmalz, Lanolin und anderen Fetten richten sich nach deren Schmelzpunkten, bzw. sollten bei möglichst niedriger Temperatur erfolgen. Lieber länger ausziehen als zu heiss. Ölige Auszüge kann man auch gut im Sommer an einem sonnigen Fensterplatz herstellen (z.B. Johanniskrautöl). Für Salben und Pflaster zieht man die Pflanze , wenn möglich, direkt im Grundstoff (Fett und/oder Wachs) aus.

Das Einsalzen einer Pflanze

 

ist etwas in Vergessenheit geraten - ausser zu Gewürzzwecken. Es eignet sich, wie erwähnt, gut dazu, Kräutersalze herzustellen (Salbei, Thymian, Rosmarin, Fenchel, Knob- und Bärlauch, Estragon, Oregano usw.) In Zeiten vor der Tiefkühlung hat man Petersilie, Maggi- und Selleriekraut eingesalzen als Suppenwürze für den Winter.

Das Kochsalz, Natrium chloratum, verstärkt das saturnische und das merkuriale Prinzip einer Pflanze (und im Menschen), was bei der Zubereitung und Anwendung zu berücksichtigen ist. Bitte immer Salz ohne Zusätze (Jod, Fluor, div. Trennmittel) verwenden! Salz an sich ist bereits arzneilich und eignet sich sehr gut zur Zahnpflege.
Aus Salz, in dem eine Pflanze ausgezogen wurde, bereitet man Solen zur Haut- und Schleimhautpflege.

Räuchern

ist nicht bloss ein rechter Klartext, den eine Pflanze vermittelt, es ist auch Arznei für Orte, Häuser, Räume, Kleidungsstücke, persönliche Gegenstände, Autos, Mopeds, Werkzeug u.v.m.
Man nimmt entweder die selbstzündende Räucherkohle aus dem Esoladen oder ein Stück Holzkohle vom brennenden Feuer. Steinkohlenglut aus Braunkohlenbriketts ist zu schwefelig und nicht so geeignet, Torf allerdings ist sehr gut (und auch als Räuchertabs erhältlich)
Räucherkohle auf Sand legen, um ein Erhitzen de Räuchergefässes zu vermeiden, oder Glut oder Kohlenstückchen aus dem Ofen auf eine Blechschaufel legen.
Das Räucherzeug darauf streuen und die Kohle mit leichtem Fächern am Glühen halten, (falls nötig), und die Räume, Richtungen, Gegenstände, Menschen - damit bewedeln. Rückstände kommen in den Ofen zurück oder hinaus ins Freie, niemals in den Müll.
Wenn ein Raum ausgeräuchert wird (z.B. zur Reinigung): Vorher lüften, dann Fenster zu und räuchern. Den Raum verlassen, (Tiere nicht vergessen) und eine halbe Stunde später wieder lüften. Wenn man sich "verräuchert" hat - etwas unpassendes erwischt, hilft Kampfer, die Bude wieder zu klären.
Beim Räuchern (und Rauchen) ist darauf zu achten, sich nicht unbewusst psychoaktiven Wirkstoffen auszusetzen, die beim Verglühen frei werden.
Es gibt Menschen die auf Weihrauch oder Lorbeer empfindlich reagieren, und mit Stechapfelsamen, Bilsenkraut, Belladonna usw. sollte erst gar nicht experimentieren, wer mit dem Räuchern/Rauchen anfängt. (Auch zu Zeiten, als es noch Asthmazigaretten gab, reagierten längst nicht alle Konsumenten mit bronchialer Entspannung darauf)
Wollige Königskerze, Huflattichblätter, Weidenrinde, Bärentraubenblätter, alles gut getrocknet und zerrebelt, sind eine gute Kräutertabaksmischung.